Fortsetzung folgt...
11.03.2011, Reykjavik-Kopenhagen-Hamburg, Ende der ersten Reise

09.03.2011 Myrdalsjökull

08.03.2011 Reykjavik
Schneesturm über der Insel, seit gestern Abend frieren mir immer wieder die Lamellen meiner Optik fest…

06.03.2011 Blue Lagoon
Das dreamteam bei der Arbeit in der Blauen Lagune, einem Biothermalbad bei Grindavik im Südwesten von Island

27.02.2011 ...endlich am Dettifoss

26.02.2011 Dettifoss
Von der Seenplatte Myvatn brechen wir auf zum Dettifoss, Islands größtem Wasserfall im Nordosten der Insel. Auf der Passhöhe Námaskard halten wir am Solfatarenfeld Hverir. Es riecht nach Schwefel und riesige Dampfsäulen schießen hier zwischen blubbernden Schlammtöpfen aus der Erde. Die Morgensonne kommt über den Horizont und das Gegenlicht erzeugt eine noch unwirklichere Vision eines Open-Air-Chemielabors. Ausgerechnet hier verliere ich die Einstellscheibe meiner Alpa – was für ein Alptraum. Tränen der Verzweiflung fließen aber Edgar bleibt ruhig und tatsächlich finden wir die Kleinteile im Schlamm wieder. Wir versuchen über die F864 zum Dettifoss zu gelangen aber schon nach 4 Kilometern ist die Strasse gesperrt. Die Strassenbedingungen zwingen uns zur Umkehr. Das Licht ist jetzt so fantastisch, dass wir unbedingt die vereisten Wassermassen sehen möchten, also versuchen wir es auf der F 862. Solange die Strasse mehr oder minder geradeaus führt kommen wir gut voran aber nach 10 Kilometern fliegen wir aus der ersten Kurve und landen zum Glück wenigsten auf zwei Rädern und nicht auf dem Dach. Nach drei Stunden werden wir von einem Rescueteam in einem Mondfahrzeug gerettet. Unsere Nuckelpinne ist okay und wir haben nur weiche Knie, müssen aber für heute aufgeben und fahren weiter in den Küstenort Husavik.
25.02.2011 Myvatn
… am späten Abend erreichen wir die vereiste Holzhütte an der Seenplatte in Myvatn-Hlid. Nachdem Edgar unser Auto mit einem Stein aus einem Eisfeld befreit hat, rutschen wir mit unseren Kameras und dem Gepäck in völliger Finsternis zur Hütte hinunter, über uns Polarlichter und Sternenhimmel.

24.02.2011 die Gletscherlagune Jokurluson
Von Vik aus, dem südlichsten Zipfel der Insel, fahren wir weiter entlang der Küstenstrasse Richtung Osten. Regen und Nebel tauchen hier so plötzlich wie heftig auf und erschweren unsere Fahrt. Am Strassenrand steht plötzlich ein schneeweißer Polarfuchs auf schwarzem Gestein. Ich trete in die Bremsen und völlig entgeistert schauen wir uns an, ein unglaublich schöner Moment. An der Gletscherlagune Jokurluson werden wir traurig, hier schmimmt Jahrhunderte altes Eis im Meer, die Spuren des schmelzenden Gletschers bilden Formen die an Diamanten und Särge erinnern. Die unglaublichsten Bilder dazu hat das Auge und die Seele Islands fotografiert, Ragnar Axelson, kurz Rax. Er hat die im Eis gefangenen Gesichter und Fratzen gebannt. Von hier aus fahren wir weiter über Höfn in den Fischerort Dupivogur und weiter durch den Fjord nach Berunes.



23.02.2011 Kap Dyrholaey
Wir verbringen den Tag am Kap Dyrholaey, riesige Meeresfelsen ragen aus dem Meer und die Wellen brechen vor einem endlosen schwarzen Strand. Wir wurden eindringlich gewarnt die Wellen hier nicht zu unterschätzen und beginnen eine Unterhaltung mit dem Gott der Meere. Als Antwort spuckt er Edgar beinahe vom Felsen und wir verstehen um welche Kräfte es hier geht.

22.02.2011 Ringroad Richtung Süden
Ringstraße in Richtung Süden. Wir entscheiden uns für einen kleinen Abstecher ins Landesinnere und besuchen den Vulkankrater Kerid im Lavagebiet Grimsneshraun. Vor 6500 Jahren hat er glühende Lava gspuckt, jetzt ist die Kratermulde vereist und bildet eine unwirkliche Form, alles erscheint hier etwas surreal. Wir fahren weiter zum Geysir und zum Wasserfall Gulfoss dessen Wassermassen sich jetzt, träge vom Eis, in eine schmale Schlucht ergießen. Zurück auf der Ringroad fahren wir weiter bis kurz vor Vik an der Südküste und übernachten dort auf einem Bauernhof.
Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem grün bemoosten Lavafeld vorbei. Irgendwie erinnert es hier an das Land der Hobbits aus Tolkiens fantastischen Erzählungen. Über allem thront ein Gestein, das aus der Ferne aussieht wie eine kauernde Gestalt mit blondem, wehendem Haar. Wir laufen in das Gebiet hinein und irgendwie beschleicht uns beide, unausgesprochen, der Gedanke, dies könnte Elfengebiet sein. Da wir nicht weiter stören wollen, schleichen wir uns und Edgar sammelt auf dem Rückweg sogar noch eine alte Gummimatte auf um die Elfen milde zu stimmen. Zurück auf der Strasse, springt unser Auto nicht mehr an, die Batterie ist mausetot. Anscheinend war unsere Vermutung richtig und wir versprechen an Ort und Stelle den Damen nicht mehr auf dem Kopfe herum zu latschen. Kurz darauf hält ein Jeep mit zwei jungen Isländern, mit schwarz lackierten Fingernägeln und lustigen Mützen auf dem Kopf. Nach einigem Gelächter über unsere Nuckelpinne geben sie uns einen kräftigen Schwung und wir können unsere Umrundung Fortsetzung.



20.02.2011 zu Gast bei Petur Gugjonsson und seiner Frau Bertha Jonsdottir
Jon und ich beschließen einen weiteren Tag gemeinsam auf Tour zu gehen. Heute verlassen wir die Stadt in Richtung Norden. Über Mosfellsbaer fahren wir über einsame Anhöhen an den Pingvallavatn, einen See im Nationalpark Pingvellir. Das historische Pingvellir, das Thingfeld, liegt im Westen des Nationalparks. Im Jahr 930 trafen sich hier erstmals die freien Männer Islands zum Alping, einer Art Parlament, einer Vollversammlung als Organ der Rechtssprechung. Wir fahren weiter zum Sommerhaus von Petur und Bertha. Petur ist auf den Westmaenner Inseln geboren und arbeitet in der Fischindustrie. Die beiden haben sechs Kinder und vier Enkelkinder, eine große, lustige, offene, gastfreundliche Familie. Nach dem Lunch fahren Petur, Jon und ich mit Quads durch das Tal Eilifsdalur, stoppen inmitten einer große Herde Isländischer Pferde, die uns neugierig beschnuppert. Den Abend verbringen wir im Haus der Familie in Reykjavik. Im Sommer heiratet Karolina, die jüngste der Töchter nach haidnischem Brauch und Edgar und ich sind eingeladen…
19.02.2011 Reykjavik - Kafnafuavatn - Krýsavik - Grindavik - Reykjavik
Jon hat angeboten mich in seinem Jeep mit auf eine Tour in die Umgebung zu nehmen. Das ist natürlich ein großartiger Start und so besuchen wir am Morgen Brooks in seinem Atelier am Hafen. Edgar erkundet derweil die Stadt. Brooks wählt eine kleine Tagestour für uns aus und schenkt mir einen improvisierten Gummizug damit ich mit meinem Stativ nicht gleich wegfliege. Ich war erst etwas amüsiert aber schon am ersten Motiv haut mich der arktische Wind fast aus den neuen Schneeschuhen. Wir verlassen die Stadt in Richtung Südwesten und fahren lange durch eine schwarz/weisse Landschaft, vollkommen unbewohnt, bis wir den Kleifarvatn erreichen. Einen wunderschönen See, schwarz umsandet, vereist an den Ufern und umgeben von schneebedeckten Bergen. Auf dem Weg zur Küste halten wir in der Nähe von Krýsavik an einem Seltun, einem mineralischen Moddergeblubber in allen erdenklichen Erdfarben. An der Küste empfangen uns riesige Wellenbrecher und ich verstehe warum in diesem Fischerdorf keine Familie lebt die nicht schon einen Angehörigen auf See verloren hat. Während eines Sturms vor einigen Jahren ist ein Fischtrawler an den Klippen längs in zwei Häften zerschellt. Die eine Hälfte verrostet seither neben dem Leuchtturm und die andere Hälfte unweit des Hafens. Die letzten Brecher haben beide Teile an Land gespuckt. Es ist so erfreulich wie es erstaunlich ist, dass auf der Gedenktafel geschrieben steht, alle zwölf Fischer seien damals gerettet worden…
Zurück in Reykjavik treffen wir uns mit Edgar und Brooks zum Abendessen. Der Sea Baron ist eine kleine urige Bude am Hafen, berühmt für seine Hummersuppe. Es gibt vier verschiedene Fischgerichte, darunter auch Wal als Spezialität des Hauses. Kjartan Halldórsson ist der Eigentümer, ein sehr alter Mann mit einem unglaublich freundlichem Gesicht. In den ersten Jahren hat er, da er noch nicht im Besitz einer Schanklizens war, den Fisch verkauft und den Schaps dazu verschenkt. Inzwischen ist sein Laden eine Institution.
Auf die Spezialität des Hauses verzichten wir… die Hummersuppe ist köstlich.

18.02.2011 Ankunft im blauen Haus, Reykjavic
Hamburg – Kopenhagen, Kopenhagen – Reykjavik. Im Landeanflug sind die endlosen, schneebedeckten Weiten zu sehen. Beste Sicht, die Sonne reflekiert die Schneefelder und präsentiert einen arktischen Traum. Auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt verschwindet sie wieder am Horizont und taucht die Berge der Umgebung in ein tiefes Rot. Das “blaue Haus” ist unser ‘guesthouse’ in Seltjarnes, in der Nähe des Leuchtturms. Das Haus ist geschmackvoll, unaufdringlich und mit großer Ruhe gesegnet. Zeno und seine Freundin empfangen uns mit einem leckeren Abendessen. Die beiden kochen an den Wochenenden für ihre Gäste und Freunde. Heute Abend sind noch zwei weitere Fotografen an der langen Tafel, unter der riesigen Weltkarte zu Gast. Jon Golden ist Amerikaner und hat das Zimmer unten. Er hat im Auftrag von National Geographic viele Monate in den Westfjorden fotografiert. Brooks Walker arbeitet viel für den Traveller von National Geographic und lebt seit vielen Jahren in Reykjavik. Nach dem Essen zeigen Jon und Brooks mir die Altstadt, den Hafen, die berühmte Hot Dog Bude und die Ausgehmeile. Für die Wochenendparty sind wir zu früh dran, es ist nicht mal Mitternacht. Die Party beginnt hier erst so gegen zwei Uhr am Morgen. Also fahren wir zum Leuchtturm wo heute Nacht Nordlichter zu sehen sind, etwas schwach zwar wegen des Vollmondes, aber trotzdem magisch, wabert ein grünes Band am Himmel.
my shoe is my castle...

Edgars Vorbereitungen in Berlin-Neukölln

16.02.2011 Vorbereitungen
In zwei Tagen starten wir die erste von insgesamt fünf Reisen in das Land der Elfen im Nordmeer. So langsam kribbelt die Vorfreude. Heute Nachmittag kommt Edgar in Hamburg an und ich werde jetzt anfangen meine elektrisch beheizbare Unterwäsche zu packen.
15.02.2011 erstaunliche Fakten
Island ist die größte Vulkaninsel der Welt, hier driften der europäische und der amerikanische Kontinent auseinander, und das dünnstbesiedelte Land Europas. Mehr als die Hälfte der 300.000 Einwohner leben in der Hauptstadt Reikjavik. Diese wird seit der Beinahe-Staatspleite von Künstlern regiert. Jón Gnarr, der 43-jährige Ex-Punk und ehemalige Bassist der Punkrockband Nefrennsli („rinnende Nasen“), ist seit den Kommunalwahlen im Mai letzten Jahres der neue Oberbürgermeister. Zum Wahlprogramm der Spaßpartei “Beste Partei” gehörten folgende Wahlversprechungen: 1. Offene statt heimliche Korruption. 2. Kostenlose Handtücher für alle Schwimmbäder. 3. Ein Eisbär für Reykjaviks Zoo.
14.02.2011 Danke !
Dies ist der erste Eintrag in mein Island Logbuch. In den nächsten Monaten werde ich hier in regelmäßig, unregelmäßigen Abständen vom Entstehungsprozess des mare Islandbildbandes in Zusammenarbeit mit meinem Freund und Kollegen Edgar Herbst berichten. Zum Auftakt möchte ich diese Plattform nutzen um mich bei einigen Menschen zu bedanken die dieses Buchprojekt möglich machen und unterstützen.
Bei Nikolaus Gelpke und seinem mare-Team möchte ich mich für das Vertrauen bedanken und für die großartige Möglichkeit sieben Jahre nach erscheinen des “Irland” Bildbandes, dem Piloten der Reihe, nun den “Island”-Bildband realisieren zu dürfen.
Bei Ursula Capaul und Thomas Weber Capaul von der Firma ALPA in der Schweiz, für die großzügige Rundumerneuerung des Alpa Equipements und dessen Erweiterung um ein nagelneues MF-Magazin 6×9.
Bei den Herren Bayer und Berger von der Firma Schneider in Bad Kreuznach für die Reparatur und Reinigung der Schneider-Objektive, die von vielen Reisen durch die Wüsten und über die Meere dieser Welt gezeichnet waren.
Bei Veit Müller von der Firma Open Eyes, dem Labor meines Vertrauens in Hamburg, für die gute Arbeit, den tollen Service und das großzügige Kooperationsangebot.
Bei David Johannsson von Visit Iceland in Berlin, für die vielen guten Tips in Vorbereitung auf unsere erste Reise.
